Philippinen

vom Insel Hüpfen, Tauchen & einem Taifun

Auf das zweite Land, dass wir während unserer Weltreise erkunden wollten, haben wir uns schon lange gefreut. Wir hatten schon so viele tolle Geschichten von den Philippinen vorgeschwärmt bekommen und traumhafte Bilder gesehen, dass wir es kaum erwarten konnten dieses Stück Paradies mit eigenen Augen zu sehen.


Wir hatten schon eine ungefähre Idee, aber keinen genauen Plan und auch noch nichts gebucht für die 11 Tage die wir auf den Philippinen verbringen wollten. Um so viel wie möglich sehen zu können, flogen wir direkt auf eine kleine Insel von dort aus wollten wir mit einem Island Hopping Boot zu einer anderen Insel fahren, von wo wir dann auch weiter flogen. Unseren Recherchen und etlichen Blog Posts nach sollte es auch spontan möglich sein, Touren zu bekommen, allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, wie sehr sich diese Fischerdörfchen in den letzten Jahren zu Touristenorten verwandelt haben, dass in der Hochsaison über Weihnachten & Neujahr mittlerweile vieles ausgebucht ist, und dass wir auf Grund eines vorbeiziehenden Taifuns eine Zeit lang nicht aufs Meer raus konnten. Aber erst mal von Anfang an…

Ein kleines Flugzeug brachte uns nach Coron, wo unser Abenteuer auf den Philippinen starten sollte. Schon durch das kleine Flugzeugfenster konnten wir das türkis blaue Wasser und die kleinen Sandinseln bestaunen, und wir freuten uns schon sehr, diese besondere Landschaft von nahem zu erkunden. Der Flughafen bestand aus nur einer großen Halle, davor warteten jede Menge Taxifahrer, nach einer Weile entdeckten wir auch das Schild mit unseren Namen drauf. Wir fuhren quer über die ganze Insel zum einzigen Städtchen, wo wir uns eine Unterkunft gesucht hatten.

Am Nachmittag spazierten wir ein wenig durch die Straßen und buchten eine Island Hopping Tour für den nächsten Morgen.

Schon beim Frühstück sagte man uns, dass wir uns nicht beeilen müssen, es sei noch nicht sicher ob unser Boot heute rausfahren kann. Wir warteten und warteten, bis wir drei Stunden, nachdem wir eigentlich abgeholt werden hätten sollen informiert wurden, dass an diesem Tag kein Boot aufs Wasser darf, da in der Nähe ein Taifun vorbeizog und es zu gefährlich werden würde.

Wir spazierten durch die Straßen des Ortes und versuchten unser Glück bei einem der vielen anderen Bootstouren Anbieter, aber leider sagten uns alle das Gleiche, und voraussichtlich würde es auch noch ein paar Tage dauern, bis es wieder möglich sei, aufs Meer raus zu fahren.

Da wir nicht einfach herumsitzen und Däumchen drehen wollten, und es uns zu langweilig ist eine Woche lang nur am Strand zu liegen, musste ein neuer Plan her. Schon länger hatten wir mit dem Gedanken gespielt, einen Tauchkurs zu machen. Und zum Glück fanden wir eine Tauchschule, die trotz Taifun Warnung und Weihnachtsfeiertagen arbeitete. Wir konnten gleich beginnen ein Video anzuschauen, und bekamen Lehrbücher mit, die wir innerhalb der nächsten zwei Tage durcharbeiten sollten.

Da heute der 24. Dezember war, gingen wir am Abend Pizza essen. Danach lud uns die Familie in unserer Unterkunft dazu ein mit ihnen Karaoke zu singen. Wir hörten ihnen eine Weile zu (ging auch nicht anders, da die Karaoke Maschine direkt vor unserem Zimmer war), das singen überließen wir aber den Anderen ;-)

Am nächsten Morgen hatten wir zuerst noch ein bisschen Theorie-Unterricht und dann machten wir uns auch schon bereit für unseren ersten richtigen Tauchgang. Es war immer noch verboten aufs offene Meer zu fahren, deshalb brachte uns ein Trycycle zu einer etwas abgelegenen Bucht, wo wir mit einem kleinen Boot zu einem Korallengarten konnten, der durch einige große Felsen vom Wind geschützt wurde.

Nach ein paar Erklärungen und Sicherheitshinweisen ging es auch schon los. Unter Wasser machten wir zuerst einige Übungen, und dann schwammen wir zum Korallen Riff. Wir waren überwältigt von der faszinierenden Unterwasser - Welt, die vielfältigen Formen, Farben und Fische brachten uns durchgehend zum Staunen, und wir konnten uns gar nicht satt sehen.


Als wir wieder auf tauchten, begann es gerade zu regnen und es zog auch ein Wind auf, deshalb mussten wir zurück an Land.

Die Tauchausrüstung konnten wir für den nächsten Tag gleich dort lassen, und unsere Tauchlehrerin meinte, es würde zu lange dauern auf ein Trycycle zu warten, deshalb brachte sie uns mit ihrem Roller zurück in die Stadt. Das erste Mal zu dritt auf einem Roller, ich war etwas nervös. Aber in diesen Ländern ist das ganz normal, oft sieht man ganze Familien gemeinsam auf einem Roller sitzen. Lieber ist es mir doch in einem Auto oder Trycycle aber es hat gut und unfallfrei funktioniert. Bis wir in der Stadt waren begann es dann richtig zu regnen, der Taifun kam wohl langsam näher.

Am nächsten Tag starteten wir wieder früh am Morgen, bevor der Sturm in die Nähe der Insel kam.

Wir fuhren wieder auf dem Roller zur Bucht, und konnten nochmal durch die wunderschönen Korallen tauchen. Beim zweiten Tauchgang an diesem Tag machten wir hauptsächlich Übungen, wir mussten die ganze Ausrüstung unter Wasser aus- und wieder anziehen, lernten was wir in einem Notfall machen mussten und übten nochmal alle Zeichen. Rechtzeitig bevor der Wind richtig stark wurde kamen wir zurück an den Strand.

Es stürmte den ganzen Nachmittag und schüttete wie aus Kübeln, so fiel es uns nicht schwer noch ein bisschen zu lernen und uns für den Theorie-Test vor zu bereiten. Wir hofften sehr, dass der Taifun bald vorüberzieht und die Boote wieder raus aufs Wasser dürfen, wir mussten ja noch irgendwie zur anderen Insel kommen von der unser Flieger startete.

Am nächsten Tag hatte sich der Wind wieder etwas beruhigt, und wir konnten raus aufs Meer. Beim ersten Tauchgang erkundeten wir ein altes Schiffswrack, danach fuhren wir zu einem Süßwassersee der auf einer kleinen Insel versteckt liegt und die Besonderheit hat, dass die obere Schicht kaltes Wasser ist und unten heißes Wasser, das war auch ein cooles Erlebnis. Aber die bunten Korallen hatten uns am besten gefallen. Den Theorie-Test haben wir natürlich auch bestanden und somit sind wir jetzt stolze Besitzer des PADI Open Water Zertifikates. Der Tauchkurs war echt toll, vor allem weil wir nur zu zweit waren. Und die Taifun-Tage haben wir so perfekt genutzt und viel erlebt.

Die letzten Tage hatten wir in ziemlich jedem der kleinen Touren-Shops versucht eine Island Hopping Tour von Coron nach El Nido zu buchen. Wir mussten auf die Hauptinsel von Palawan um unseren Flieger zu kriegen und ich hatte schon so viel Gutes von diesen 3, 4 und 5 Tages „Expeditionen“ gehört, dass es das einzige war das ich von Anfang an unbedingt machen wollte, solange wir auf den Philippinen waren. Da aber gerade Hauptsaison war, waren die bekannten Tour-Anbieter alle ausgebucht, und da wegen dem Taifun zusätzlich viele Touren verschoben werden mussten, suchten wir vergeblich. Eine Frau schrieb sich unsere Nummer auf, und wollte uns am nächsten Tag Bescheid geben ob es klappt, es mussten sich dafür nur noch zwei andere für die Tour anmelden, ab vier Personen würde das Boot rausfahren. Da wir am nächsten Tag von der Frau eine Absage bekamen, suchten wir weiter nach Anbietern, die wir noch nicht abgeklappert hatten. Bei einem kleinen Shop bekamen wir nach ein paar Telefonaten eine Zusage, und da sie gleich eine Anzahlung von uns wollten waren wir uns sicher das es klappte- Am nächsten Morgen sollte es gleich los gehen. Spät am Abend stellte sich heraus, dass er mit der Frau bei der wir ein paar Stunden vorher eine Absage bekommen hatten telefoniert hat, und wir somit doppelt auf das Boot gebucht waren, daher dachten sie wir seinen vier Personen. Ohmann!

Zum Glück konnten wir für den nächsten Tag noch spontan eine Bootstour hier in der Umgebung buchen und hofften bis abends ein Lösung für die drei-Tages Tour zu finden, da wir nicht länger warten konnten, und sonst die Fähre hätten nehmen müssen.

Die Island Hopping Tour rund um Coron war richtig schön. Zwar etwas touristisch aber landschaftliche ein Traum. Wir konnten in einem Korallen Garten schnorcheln, durch die Twin Lagoon und einen Süßwassersee schwimmen und gingen zu einem tollen Aussichtspunkt.


Am Abend bekamen wir dann auch endlich Bescheid, dass die Tour nach El Nido am nächsten Tag stattfinden konnte, zwei dänische Paare hatten ein Privat Boot gebucht, und wir konnten dort mitfahren. Wir waren so froh, dass es doch noch klappte!

Pünktlich um neun standen wir am nächsten Morgen beim Treffpunkt und niemand war da. Nach einer Weile tauchten dann die zwei anderen Paare auf, nochmal zwei Stunden später brachte man uns endlich zum Boot. Anscheinend konnte es nicht früher losgehen da Ebbe war, das hätten sie aber am Vortag auch schon gewusst - würde man meinen….

Am Hafen mussten wir wieder warten, bis alles auf das kleine Boot geladen war. Wir waren so erleichtert als wir endlich auf dem Boot saßen, bis zu diesem Zeitpunkt glaubten wir noch nicht recht daran, dass es klappt.


Der erste Stop auf einer kleinen Sandinsel war dafür wirklich traumhaft schön, und das Wasser hatte die perfekte Temperatur zum Baden und Schnorcheln, wir sahen sogar Rochen und fanden Sanddollars.

Beim nächsten Strand wurden unsere Zelte aufgebaut. Wir übernachteten direkt am Strand, außer uns war niemand weit und breit, die Ruhe war einfach herrlich.

Ich liebe es zu zelten, beim Einschlafen dem Meeresrauschen zu lauschen und in der Früh mitten in der Natur aufzuwachen und den Sonnenaufgang zu beobachten.



Blöderweise hatte unsere Crew schon wieder nicht (oder absichtlich) eingeplant das am Morgen Ebbe ist, und wir konnten erst kurz vor Mittag das Boot weit genug ins Wasser schieben. Somit ging es von dieser Insel direkt zum nächsten Übernachtungs-Platz.

An diesem Abend war Silvester und die Einheimischen auf der kleinen Fischerinsel luden uns ein mit ihnen zu feiern. Diesmal trauten wir uns nach ein paar Rum-Cola sogar auch beim Karaoke mitzumachen, anscheinend wird auf den Philippinen jeder Anlass mit lautem Singen gefeiert.


Statt einem Feuerwerk bestaunten wir um Mitternacht den unglaublich schönen Sternenhimmel, und am nächsten Morgen konnten wir schon vom Zelt, den traumhaften Ausblick auf den menschenleeren Strand genießen. Was für ein herrlicher Start ins neue Jahr!


Am letzten Tag machten wir nur einen kurzen Stop auf einer Insel fürs Mittag Essen und danach sollte es direkt nach El Nido gehen. Leider hatte einer der Männer auf unserem Boot so Angst vor den hohen Wellen im Meer, dass er obwohl der Kapitän ihm die Hand gehalten hatte, immer aggressiver wurde. Als die Crew es nicht mehr aushielt (blau vom Vorabend) steuerten sie den ersten Strand an, der auf Palawan in Sicht kam und ließen uns hier vom Boot aussteigen. Danach brachte man uns auf der Pritsche eines Pick-Ups zwei Stunden über holprige Schotterstraßen durch den dichten Wald nach El Nido. Nicht gerade das angenehmste Ende dieser Tour aber auf jeden Fall ein Abenteuer.


Sollten wir wieder mal auf die Philippinen kommen, würden wir eine der bekannteren Touren im Vorfeld buchen. Wir haben immer mal wieder eines dieser Boote beim Vorbeifahren gesehen, und die Erfahrungen von anderen gehört. Die meisten Touren sind zwar um einiges teurer als unsere, aber man sieht und erlebt viel mehr, und braucht ganz sicher weniger nerven, da sie professionell durchgeführt und geplant werden.

Da wir erst später als geplant in El Nido ankamen, hatten wir hier nur noch eine Nacht und mussten am nächsten Nachmittag nach Puerto Princessa fahren, von wo aus unser Flieger startete.

Unsere Zeit auf den Philippinen, war definitiv anders als wir es uns vorgestellt hatten. Die Landschaft ist wirklich traumhaft, die weißen Sandstrände und das türkise Wasser könnten nicht schöner sein, die Einheimischen sind alle super freundlich, hilfsbereit und auch die Gastfreundschaft ist ihnen sehr wichtig. Leider war das Buchen der Touren echt chaotisch und die Orte an denen wir waren ziemlich touristisch. Das lag aber sicher auch daran, dass gerade Hauptsaison war, der (unerwartete) Taifun alles durch einander brachte, und wir uns vielleicht einfach ein bisschen zu wenig vorbereitet hatten. Mit mehr Zeit und in der Nebensaison kann ich es mir gut vorstellen dass die Reise noch schöner gewesen wäre.


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